„Urbanes Gebiet“ als Planungsgebiet

Die Baunutzungsverordnung (BauNV) kennt verschiede Plangebiete, so reine oder allgemeine Wohngebiete, Mischgebiete und Industriegebiete. Nun soll ein neues Gebiet hinzukommen, dass urbane Gebiet.Seit Juni 2016 liegt der Referentenentwurf zur Anpassung des Städebaurechts vor. Neben diversen Änderungen, die teils aufgrund europäischer Vorgaben erforderlich waren, wird darin die Aufnahme eines neuen Gebietstypus „Urbane Gebiete (MU)“ in die Baunutzungsverordnung (BauNVO) vorgeschlagen. Der Gesetzesentwurf verfolgt das Ziel, zur Erleichterung des Bauens in stark verdichteten städtischen Gebieten mehr Flexibilität einzuräumen, ohne dabei das grundsätzlich hohe Lärmschutzniveau aufzugeben. So soll einer neuen Art zu wohnen eine planerische Grundlage gegeben werden.

Kernpunkt des Gebiets sind Funktionsmischungen. Es sieht eine räumliche Nähe von wichtigen Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung, Kultur und Erholung vor, die aber nicht in gleicher Gewichtung vorhanden sein müssen. Damit ist insbesondere der Weg zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums geebnet, was bislang in den klassischen Innenstadtgebieten nur in untergeordnetem Umfang zulässig ist. Und auch in sogenannten „Mischgebieten“ muss das Verhältnis zwischen Gewerbe und Wohnen zumindest ausgewogen sein; in den neuen „Urbanen Gebieten“ soll auch dieses Erfordernis wegfallen.

Grenzen gibt es jedoch auch hier. Wohnnutzung ist eben nur ein Teil. Überwiegt sie, wäre sie unzulässig. Gerade die Durchmischung steht im Vordergrund. Damit einher geht die Anpassung von Lärmschutzvorschriften (z.B. TA Lärm). Wer im urbanen Gebiet wohnt, muss Lärmemissionen anderer zulässiger Nutzungen in höheren Maß hinnnehmen, als wenn es sich um eine klassischen Wohngebiete handeln würde. Gerade hier sind in neuen Stadviertel bisher viele Konflikte angelegt.

 

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