Sachkundeprüfung für Makler?

Makler ist kein geschützter Begriff, sodass eine Maklertätigkeit fast von jedem ausgeübt werden kann. Voraussetzung war und ist eine Gewerbeerlaubnis, die an einen Makler die gleichen Voraussetzungen stellt, wie an einen Gastwirt, nämlich das er Zuverlässig und unbescholten zu sein hat und seine finanziellen Verhältnisse geordnet sind. Dies ist nicht sehr viel. Die Tätigkeit von Maklern am Markt wird daher schon seit jeher kritsch betrachtet. Der Nachweis von Fachkenntnis ist keine Voraussetzung, eine Maklertätigkeit auszuüben. Dies sollte sich mit der Einführung des Gesetzes zur Berufzulassung von Immobilienmaklern und Wohnimmobilienverwaltern ändern. So kommt es aber wohl nicht.Das Gesetz ist auf den letzten Hürden durch die Gremien und steht kurz vor der Verabschiedung durch den deutschen Bundestag. Zustimmungspflichtig durch den Bundesrat ist es nicht. Eingeführt werden sollte mit diesem Gesetz ein Sachkundenachweis für die Erteilung einer Erlaubnis als Makler tätig werden zu können. Geltung hätte dies für alle Makler, die nicht länger als 6 Jahre am Markt tätig sind. Dies scheint von Tisch zu sein.

Geben soll es stattdessen eine Verpflichtung zur Fortbildung von 20 Stunden innerhalb von drei Jahren. Bei Fachanwälten sind es 15 Stunden im Jahr. Wohnungseigentumsverwalter müssen noch eine Vermögenshaftpflichtversicherung nachweisen. Bei reinen Immobilienmaklern ist auch dies nicht vorgesehen. Mietverwaltungen, also Verwaltungen von einzelnen Wohnungen für Eigentümer, sollen allerdings einbezogen und unter die Voraussetzungen wie Wohnungseigentumsverwaltungen gestellt werden.

Damit gibt es also weiter einen freien Zugang zur Maklertätigkeit, ohne dass dafür der Nachweis eine Qualifikation erforderlich wäre. Lediglich die gewerberechtliche Erlaubnis ist erforderlich. Bei reiner Maklertätigkeit mag dies zu verkraften sein. Der Markt hat sich durch die Änderungen der Vergütungpflicht bei Wohnraumvermietung sowieso deutlich bereinigt. Wohnungseigentumsverwaltungen, nicht so stark Mietverwaltungen, unterliegen jedoch erheblichen Anforderungen für eine ordnungsgemäße Tätigkeit. Dies betrifft die Abrechnung und die Aufstellung eines Wirtschaftsplans, aber auch was die ordnungsgemäße Verwaltung betrifft. Schließlich soll eine Verwaltung auf eine richtige Beschlussfassung hinwirken. Ein Sachkundenachweis wäre nicht das Schlechteste.

https://www.goehmann.de/anwaelte-notare/folker-schoenigt

 

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