Nächste Stufe: KfW-55-Standard

Bildquelle: aboutpixel.de / Rohbau mit Ziegelsteinen und Dachausbau © Rainer Sturm

Die Energieffiziens von Neubauten soll auf den neuen „KfW-55-Standard“ angehoben werden. Das Bundeswirtschafts- und das Bundesumweltministerium haben dazu einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Neubauten bei Nichtwohngebäuden ab dem Jahr 2019 und bei Wohngebäuden ab dem Jahr 2021 betrifft.Der Name des Gesetzes soll lauten: „Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden“. Damit werden die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (GEG) zusammengefasst. Die Initiative basiert auf einer EU-Richtlinie, die innerhalb bestimmter Fristen für Neubauten einen „Niedrigenergiestandard“ fordert. Nach vorläufiger Schätzung der Ministerien, werden die Baukosten um 2,5% steigen.

Der KfW-55-Standard bedeutet im Verhältnis zu heute geltenden Anforderungen an Energieeffiziens nach Einschätzung des ZIA (Zentraler-Immobilien-Ausschuss)  eine Steigerung von ca. 20%. Ob dies technisch überhaupt erreichbar ist, wird bezweifelt. Inwieweit diese Effizienssteigerung sich dann auch zu  einem nennenswerten Vorteil bei der Reduzierung von CO2, oder der konkreten Einsparung beim Energieverbrauch niederschlägt,  ist eine weitere Frage, die wohl zu verneinen ist. Bestimmte Gebäudetypen, z.B. Einkaufszentren, sind nach ihrer Nutzung per se nicht KfW-55-Standard fähig, was auch rechtliche Fragen nach sich zieht. Grundsätzlich läge nach jetzigen Rechtslage dann ein Mangel vor.

Schließlich wird dies auch auf die aktuelle Diskussion über die Errichtung preiswerter Wohnungen ausstrahlen. Sind in diesem Segment die Renditen für die private Wohnungswirtschaft schon jetzt gering, werden sie weiter fallen. Investitionen werden damit noch mehr in den hochwertigen und entsprechend teuren Geschosswohnungsbau mit Eigentumswohnungen fließen.

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