Jahresende ist Verjährungszeit

Bildquelle aboutpixel – Kurz vor Zwölf_2 Rainer Sturm

Forderungen unterliegen einer Art Verfallsdatum. Werden sie nicht geltend gemacht, erlischt nach bestimmter Zeit die Möglichkeit sie durchzusetzen. Es tritt Verjährung ein. Zu einem geordneten Forderungsmanagement gehört also die Kontrolle darüber, wann Forderungen verjähren.

Die regelmäßige Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre (§195 BGB). Dies betrifft auch Werklohnforderungen. Die Frist beginnt für den Bauunternehmer mit der Abnahme seiner Leistung, da die Abnahme die Fälligkeit auslöst. Die 3 Jahre beginnen dann mit dem Ende des Jahres, in dem die Forderung fällig geworden ist. Mit Ablauf des 31. Dezember 2011 tritt also für alle Forderungen die im Jahre 2008 entstanden sind, Verjährung ein, gleichgültig, ob die Abnahme im Januar, oder erst im Dezember 2008 erfolgt ist.

Die Verjährungsfrist kann sich ausdehnen, wenn die Vertragsparteien über die Forderung verhandelt haben. Während der Verhandlungen ist der Lauf der Verjährungsfrist gehemmt.

Verjährungsfristen sind auch abdingbar. So können die Parteien vereinbaren, dass eine länger Verjährungsfrist gelten soll, oder für einen bestimmten Zeitraum auf die Einrede der Verjährung verzichtet wird, was oft hilft, zu schnell gerichtliche Maßnahmen ergreifen zu müssen.

Kann eine Einigung über die Verlängerung der Verjährungsfrist nicht getroffen werden, so müssen geeignete Maßnahmen ergriffen werden, den Eintritt der Verjährung zu verhindern. Ein Mahnschreiben reicht dazu grundsätzlich nicht aus. Geeignte Mittel sind z.B.: Antrag auf Erlass eines Mahnbescheids, Erhebung einer Klage, oder Antrag auf Durchführung eines Selbständigen Beweisverfahrens.

Deutlich zu unterscheiden ist der Verjährungseintritt für Mängelhaftung. Hier läuft eine Frist von 5 Jahren, seit der Abnahme und zwar genau auf diesen Tag und nicht zum Ende des Jahres.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.