EnEV 2009 – Dämmpflicht oder nicht?

Bildquelle abloutpixel – Energiesparen durch Wärmedämmung Rainer Sturm

Die Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV 2009) sah vor, dass bis spätestens zum 31. Dezember 2011 alle obersten Geschossdecken die begehbar sind, gedämmt sein müssen. Die Frist ist abgelaufen. Passiert ist nicht sehr viel. Muss mit Bußgeldern gerechnet werden?

Die Anforderungen für Dämmleistungen auch im Bestand innen, sind weitgehend ohne Resonanz an der breiten Öffentlichkeit vorbeigegangen. Während Fassadendämmungen durch Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) boomen, geschieht im Innenbereich ohne besonderen Anlass wenig.

Wohl angesichts dieser Realität hat der Verordnungsgeber selber die Anforderungen aus der EnEV 2009 erheblich abgeschwächt. So gilt nun als ausreichende Dämmung im Sinne der Verordnung eine Dämmung entsprechend dem Standard der DIN bei massiven Deckenkonstruktionen ab 1969 und bei Holzbalkendecken bei allen Altersklassen. Damit entsprechen im Grunde fast alle Gebäude nun den Vorgaben der EnEV. Dies hat auch Auswirkungen auf Neubauten, wenn dort nämlich die EnEV 2009 vertraglich als Anforderung an die Dämmung vereinbart ist. Hier sinkt der Standard erheblich.

Selbst wenn die EnEV nicht eingehalten wird, ist mit Bußgeldern nicht zurechnen. Ein Ordnungswidrigkeitentatbestand wurde in der Verordnung nicht geschaffen worden. Ob Mieter Minderungsrechte, bzw. Anspruch auf Schadenersatz wegen überhöhter Heizkosten haben, scheint so wenig wahrscheinlich, auch wenn insoweit die EnEV nicht der einzige Anknüpfungspunkt ist.

Ob mit der EnEV 2012, die noch in Bearbeitung ist, die Anforderungen wieder gesteigert werden, bleibt abzuwarten.

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