Ablehnung des gerichtlich bestellten Sachverständigen

Bildquelle abloutpixel – Aktenablage Peter Kirchhoff

Ist für die Entscheidung eines Rechtsstreits, die Einholung eines Sachverständigen- gutachtens erforderlich, so geschieht es nicht selten, dass sich eine der Parteien von diesem nicht sachgerecht behandelt fühlt. Teilt der Sachverständige die Auffassung einer Partei nicht, wird der Sachverständige als voreingenommen angesehen und soll durch einen Ablehnungsantrag aus dem Prozess entfernt werden. Das dies jedoch in der Regel nicht begründet ist, hat der BGH wieder einmal betont (Beschluss vom 27.09.2011, Az.: X ZR 142/08)

Der Senat weist darauf hin, dass grundsätzlich die Befangenheit eines Sachverständigen nicht vorliegt, wenn sein Gutachten Lücken und Unrichtigkeiten ausweist. Solche, sind im Rechtsstreit zu behandeln, z.B. mit entsprechenden ergänzenden Fragen und Beweisanträgen, ggf. unterstützt durch ein Privatgutachten. Für eine mögliche Parteilichkeit des Sachverständigen lässt dies jedoch keine Rückschlüsse zu.

Es ist daher anzuraten, sich auf die Sache zu konzentrieren und wenn erforderlich ergänzenden Hilfe in Sachfragen in Anspruch zu nehmen, nicht jedoch den gerichtlich bestellten Sachverständigen persönlich anzugehen.

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